Atze Ossi mit Band & Nessi im Hamburger Turmzimmer.

Foto: Uwe Capelle

Foto: Uwe Capelle

So, weiter geht es mit dem zweiten Konzertbericht aus Hamburg! Noch nicht ganz einen Monat her, trotzdem schon wieder einiges vergessen! Aber ich hoffe, dass er euch dennoch gut gefallen wird!

Kleiner Nachtrag zum vorherigen Konzertbericht aus Berlin:

Die Bad Taste- Party lief auf Hochtouren, aber da mich der Hunger überfiel (das kommt davon, wenn man am Tag fast nichts isst, weil man die ganze Zeit unter Strom war) wurde ich langsam aber sicher quengelig und so konnte ich Jana überreden, den Privatclub endlich zu verlassen. Jacke übergeworfen & schnell noch beim bereits sehr angetrunkenen Matze verabschiedet. Verdammt! Durch meinen Hunger haben wir wahrscheinlich die Tanzeinlage (oder Breakdance?) vom Rossi verpasst und somit konnten wir auch nicht feststellen, ob diese Textzeile tatsächlich wahr ist: „Nein, ich kann nicht tanzen. Zu meiner Schande muss ich das gestehen. Trotzdem wollen sich meine Beine immer wieder zur Musik bewegen. Und weil bei mir jeder darf, wie er will, denke ich mir spätestens, wenn ich nichts mehr denke, okay, sollen sie mich, wenn sie wollen, doch blamieren. Ich meine, wer nichts hat, ja, der kann auch nichts verlieren. Bedingungslos will ich mich dem Rhythmus treu ergeben. Das sieht vielleicht doof aus. Spaß macht es auf jeden.“ Er lässt sich halt nichts nehmen, wie er zwei Stunden zuvor schon sagte!

Wir also schnell die Treppe hoch, durch das Restaurant und raus auf die Straße. Es herrschte eine angenehme Ruhe. Und eh wir uns versahen, hatten wir uns auch prompt verlaufen! Ha! Wir hätten doch nur irgendwo abbiegen müssen. Stattdessen sind wir einfach geradeaus gelaufen und haben uns einige Minuten später gefragt: Sind wir jetzt eigentlich richtig? Nein, natürlich nicht! Und es war auch so klar, dass leichter Regen aufkommen musste. 100 Punkte! Da dachte ich, dass ich nach zwei Tagen dem Regenwetter in Hamburg entkommen wäre. Aber nein, warum auch? Wir sahen schon die BILD- Schlagzeile am nächsten Tag vor unserem geistigen Auge: Zwei Mädels nach Senore Matze Rossi- Konzert spurlos in Kreuzberg verschwunden! „Moment mal, eigentlich müssten wir ja nur da lang zurück..“ „Aber müssten wir nicht noch irgendwo abbiegen? Jana, du wohnst doch in Berlin! Du musst das doch wissen!“ Also liefen wir wieder zurück. Es war still. Zu still für mich! Ich sah hinter jeder Hecke bereits einen Serienmörder lauern.

Solche Geschichten erinnern mich immer an Kassel 2009: ClickClickDecker spielte dort im Schlachthof. Vom Etap- Hotel liefen wir bestimmt 45 Minuten zu Fuß rum, bis wir schließlich in einem Industriegebiet ankamen. Straßen leer, hier und da mal eine einzige Person oder ein LKW. Sonst nichts! „Das kann doch nicht sein, dass hier der Schlachthof sein soll, wo die spielen!“ Nein, ich behielt recht! Meine Begleiterin hatte bei Google einfach Schlachthof eingegeben und nun: standen wir vor einem richtigen Schlachthof! Herzlichen Glückwunsch! Somit musste das geplante Interview mit Petula verschoben werden, da wir dann doch erst viel später am richtigen Ort ankamen. Ich werde mich nun selber um die Wegbeschreibungen kümmern. Besser ist das!

Zurück nach Kreuzberg: Schließlich hatten wir doch noch den richtigen Weg gefunden. Der Regen war unangenehmer geworden, die Nässe saß bereits überall fest. Nach einer langen Odyssee zu Fuß und mit der Straßenbahn kamen wir endlich bei Jana an. Raus aus den nassen Klamotten, rein ins Bett. Gute Nacht!

15. Januar: Hamburg, Turmzimmer

Aufgewacht nach 11 oder 12 Uhr. Bevor es Richtung Hauptbahnhof ging, musste etwas zu Essen her. Also ab zu einem Imbiss. Pizza geht immer! Hauptsache preiswert & lecker! Von Jana verabschiedet und schon stand ich wieder am Berliner Hauptbahnhof. Achja, Ticket sollte ich mir auch noch kaufen. Ach, wunderbar: Bei diesem Automaten kann man nur mit Karte zahlen & die lag schön zu Hause. Und wieder schrien sich zwei Männer an. Der eine war ganz außer sich und hätte den anderen am liebsten verprügelt. Mein Gott, wie ich so etwas satt habe: Überall nur Gewalt und Streitereien. Ich kann es nicht mehr hören und sehen! Nächster Automat: Juhu, der nimmt Bargeld an! Ja, ich kann mich auch schon über kleine Dinge freuen! Bahnsteig. ICE trudelte überpünktlich ein. Wahnsinn! Freie Platzwahl, kein Gedränge. So muss das sein! In nicht einmal 2 Stunden kam ich wieder im schönen Hamburg an. Und was erwartete mich da? Genau: Regen!

Zu Hause angekommen. Tasche in die Ecke geschmissen, alles nötige in den Beutel und schon ging es auf zu einer Verabredung. Puh, verschnaufen konnte ich dann im Saal 2 bei einem Glas O-Saft und netter Gesellschaft. Dann ging es auch weiter zum Uebel & Gefährlich. Ich vergaß: Wenn man zum Dachgarten oder Turmzimmer möchte, muss man immer die Treppe nehmen.

Vierter Stock. Da wird man munter! Ich muss schon sagen, dass ich mir doch Gedanken machte, ob sich genug Leute einfinden würden. Immerhin gab es an diesem Abend große Konkurrenz im Knust gegenüber. (An die, die drüben bei Nils Koppruch waren, lasst euch gesagt sein: Ihr habt etwas verpasst!) Da hoffte ich natürlich mit, dass es für Matze & Band kein Minuspaket werden würde. Eine handvoll Leute waren bereits oben und ich beobachtete das Treiben weiter. Und dann kam auch schon die „Reisegruppe“ aus Husum an! Die Verrückten! Um die Wartezeit zu überbrücken, kaufte ich mir diese wunderschöne graue Jacke am Merch. Merchtyp: „Die ist etwas groß, oder?“ „Nein, die ist gut so!“ Ausserdem war es die letzte Jacke, die sie dabei hatten und dann nehme ich sie mir doch selbstverständlich mit! Vor allem, weil ich in Berlin schon ein Auge darauf geworfen hatte und ich mich nur schwer zusammenreißen konnte!

So langsam bewegten wir uns dann auch nach vorne. Linke Seite, wie immer. Und schon war es Zeit für Nessi! Gekonnt schmetterte sie uns wieder ihre Songs entgegen. Ob nun Tramp, Get up oder Reach for the Stars. Ganz ganz groß! Diese gewaltige Stimme, die einen immer und immer wieder die Gänsehaut hervorlockte. Mir kam es aber auch so vor, als ob Nessi doch etwas aufgeregt war. Vielleicht, weil Familie und Freunde anwesend waren? Oder es kam mir nur so vor. Ich weiß es nicht! Nichtsdestotrotz (was für ein wunderschönes Wort!) ein gelungener Auftritt vor begeistertem Publikum! Ich stelle mir ja immer wieder die Frage, warum sie noch nicht bekannter ist… Das muss sich ändern und zwar schnell! Leider war Wauz an diesem Abend nicht anwesend, sonst hätte man bestimmt noch einmal in den Genuss des Coversongs von Red Tape Parade kommen können. Matze konnte leider den Text nicht. Schade eigentlich: denn ich denke, dass die Stimmen auch gut zusammen harmonieren würden! Obwohl: Ich glaube, dass Nessi den Song dann noch alleine gespielt hat, bin mir aber nicht mehr 100%ig sicher. Ich werde vergesslich!

Nach Nessi betraten die vier Herren die Bühne. Währenddessen drehte ich mich mal um und war erleichtert, dass das Turmzimmer doch gut gefüllt war. Mir fiel ein großer Stein vom Herzen! Und nicht nur mir…

Heute stand mal nicht Sven vor uns, sondern Marius, der mit seinem breiten Grinsen gute Laune versprühte. So muss das sein! Matze sah doch recht erholt aus, auch wenn er in Berlin noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert hatte und einige Zeit später noch ein Frühstückskonzert gab. Wahnsinn. Wie macht er das nur?

Foto: Uwe Capelle

Matze war sehr froh, dass die Leute ins Turmzimmer gefunden hatten und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Eigentlich hätten wir uns bedanken müssen, dass er bereits nach drei Monaten wieder in dieser Stadt spielte. So kann es von mir aus auch weitergehen: Alle drei Monate (oder machen wir zwei draus!) ein Konzert in Hamburg. Ich wäre dafür und viele andere auch. Da bin ich mir sicher!

Auch hier gab es wieder größtenteils die Songs, die man am Abend zuvor auch schon in Berlin genießen konnte: Illusion der Kontrolle, Wenn das ein Film wäre, Beste Waffe, Einer von den Spinnern, Alles oder nichts,… Aber auch andere Songs waren dabei: Das ist für die Lieblingslieder, Alles Gute (kommt von Innen) oder Ich hoffe dass du findest was du suchst…Ich habe mich über jedes gespielte Lied gefreut, besonders natürlich über Lieblingslieder! Im Gegensatz zu seinen Solokonzerten gibt es bei den Bandkonzerten immer eine Setlist. Trotzdem gab es auch Abweichungen, wo Matze sich kurz zu Tobi umdrehte, ihm den nächsten Song ankündigte und er mit einem zögerlichen „Okay.“ einwilligte. Abwechslung muss sein und das freute natürlich auch das Publikum!

Sven war auffällig ruhig an diesem Abend. Kein Lachanfall. Nichts! Ach doch… Bereits nach einigen Songs verlangte er nach einem Handtuch. Aber er suchte Nessi vergebens und so wurde fleißig weiter geschwitzt! Schön auch, wenn er sich dann noch durch die Haare fuhr, sodass diese zu allen Seiten abstanden. Herrlich! (Dafür wurde auch eine wunderbare Gruppe bei Facebook gegründet, die da lautet: Wir mögen Sven Peks- Ob mit oder ohne Wuschelfrisur. Ich weiß gar nicht, wer auf solch eine Idee kommt! Beitreten, bitte!) Nach dem nächsten Song versuchte er erneut sein Glück und siehe da: Nessi hat Sven erhört und brachte gleich einen ganzen Stapel Handtücher zur Bühne. Sven war glücklich und es konnte weitergehen!

Auch die Lieder der EP Vier Geschichten von Geistern, Mädchen, Elefanten und Schildkröten, die es seit dem 3. Dezember online zu erstehen gibt, wurden natürlich gespielt. Und da kommt man wieder zum Thema Ansagen:

Vor dem Song Dein Elefant gab es eine wirklich bezaubernde Ansage von Matze: „Ich hoffe, dass ihr auch für jemanden ein Elefant sein könnt oder einen findet, der es für euch ist!“ Ja, ich denke, dass das doch alle tief im inneren ihres Herzens ebenfalls hoffen!

Mit der Band funktioniert das alles wunderbar! Es ist jetzt nicht so, dass man sagt: Ja, Senore Matze Rossi und seine Rhythmusgruppe. Nein, sie sind eine Einheit! Und das merkt man auf der Bühne sofort! Es steckt viel Leidenschaft, Herzblut und Spielfreude dahinter. Bei jedem Einzelnen! Da ist keiner sauer auf den Anderen, wenn dieser den Text vergisst oder sich verspielt. Nein, da wird kurz darüber gelacht und gut ist. Und das macht die Auftritte so authentisch, so sympathisch. Und das sorgt auch dafür, dass man mit einem zufriedenen Lächeln und warmen Gefühl um die Herzgegend den Heimweg antritt.

Vielen Dank an Matze, Marius, Sven, Tobias und natürlich Nessi, für zwei wunderbare Konzerte in Berlin und Hamburg! Es war großartig. Nein, mehr als das sogar!

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