Atze Ossi mit Band & Captain’s Diary in Oberhausen, Druckluft.

200267_1926864527783_3663837_nNachdem der vorherige Tag in Nürnberg nun doch aus Mangel von Zeit & Geld gestrichen wurde, fing die Tour erst in Oberhausen an. Vormittags noch alles für die ersten 3 Tage in die Tasche geschmissen und schon fand ich mich am Hamburger Hauptbahnhof wieder. Der Magen knurrte und notgedrungen wurde zumindestens ein belegtes Brötchen aufgetrieben. Ohje, wie wird dann die weitere Ernährung auf Tour ausfallen? Ich ahnte bereits Schlimmes!

Endlich rollte auch der IC ein und ich fragte mich: Ist etwa schon wieder Wochenende? Menschen über Menschen! Nichts wie rein und einige durchgelaufene Abteile später war auch ich zu faul um weiter zu suchen und genehmigte mir einen Platz am Boden. Eigentlich auch nicht das Schlechteste, was man sich vorstellen kann. Sind ja nur etwas über 2 Stunden, die ich in diesem IC verbringen muss. Zur Einstimmung lief Senore Matze Rossi und nebenbei versank ich in dem Buch von Stephen King: “Shining”. Wenn das so weitergeht, dann werde ich dieses Buch bis zum Ende der Tour durch haben!

Die Fahrt verlief äußerst gut. Es begegneten mir nur wenige Idioten, was auch eine Seltenheit ist.

In Osnabrück stieg auch Miriam, die ebenfalls einige Konzerte vor sich hat, in den IC. Doch schon bald stellten wir fest, dass wir auf verschiedene Arten weiter nach Oberhausen fuhren: Ich stieg in Münster aus und wartete auf den nächsten IC, während sie weiterfuhr und woanders umstieg.

Treffpunkt: 1 1/2 Stunden später in Oberhausen!

Tasche ins Schließfach und da noch etwas Zeit bis zum Einlass war, beschlossen wir einen kleinen Rundgang zu machen. Aber irgendwie wirkte die Stadt sehr Trist und Verlassen. Die Geschäfte schlossen bereits gegen 18 Uhr, alles wirkte wie ausgestorben. Wetter: bewölkt, etwas regnerisch. So ging es weiter zu einem Jahrmarkt, der wahrscheinlich mit dem DOM in Hamburg vergleichbar ist. Mindestens. Es waren viele coole “Checker” unterwegs, die sich mit Worten, wie “Du Wichser!” oder “Arschloch!” betitelten. Nett.

Oberhausen, das wird nichts mehr mit uns! Setzen, 6!

Geknickt ging es dann Richtung Druckluft. Aber auch da ließen die “Checker” und “Idioten” nicht lange auf sich warten. Leute, die zuviel Langeweile haben, fahren mit dem Auto durch die Stadt und rufen irgendeinen Scheiß, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Aha. Das habt ihr geschafft. Nicht. An Lächerlichkeit kaum zu übertreffen.

Okay. Es gab eine kleine Ausnahme: Ein Typ kam mit zwei Bierflaschen auf uns zu und teilte uns mit, dass er sauer wäre, weil sein Date nicht aufgetaucht ist. Sein Drogendealer, meinte er aus Spaß. Hoffentlich. Leicht betrunken gab er uns ein Gedicht zum Besten und verabschiedete sich. Es gibt also doch noch nette Leute in Oberhausen. Wahnsinn. Dies war auch der Einzige, der uns begegnete.

Einlass zum Druckluft gesucht und schließlich gefunden. Matze stolzierte, wie immer, mit einem breiten Grinsen durch die Gegend. Da geht einem doch direkt das Herz auf und schon war alles andere vergessen. Rein in den Club, Merchtyp Andre seine ordentlich sortierten Merchsachen durcheinander gebracht (tut mir leid!) und schon ging Captain´s Diary auf die Bühne. Unser Platz: Links neben der Bühne. Auch Tommy Finke war im Publikum vertreten und verzehrte ein Bier nach dem nächsten.

Ich kann leider noch nicht viel über Captain´s Diary sagen, da mir dieser Name erst begegnete, als ich recherchierte, wer denn der Support für die Shows sein würde. Sein neues Album konnte man zu diesem Zeitpunkt schon vorhören und es gefiel. So war ich mir relativ sicher, dass das eine gute Show werden würde.

Und was soll ich sagen? Es war wirklich eine gute Show! Es wurden vorrangig neue Songs gespielt, was natürlich auch verständlich ist. Publikum war mal mehr, mal weniger aufmerksam. Aber es hielt sich noch in Grenzen und man konnte den Auftritt genießen. Keine Textpatzer, alles glatt gelaufen! Sehr schön.

Kleine Umbaupause für Matze Rossi & Band.

Sven (frisch aus Bali zurück), Marius, Matze und Tobi: Welch ein Dreamteam! Wie habe ich sie vermisst. Es ist nicht in Worte zu fassen.

Schon schmetterten sie uns einen neuen Song um die Ohren und man merkte sofort, dass die Spielfreude vom ersten Ton an regierte. So muss das sein! Im ersten Teil wurden auch erstmal fast komplett die neueren Songs zum Besten gegeben, die sich wahrlich sehr gut anhörten. Diese Dynamik, dieses Herzblut. Egal, wie oft man diese Band sieht, es wird wirklich nie langweilig!

Aber auch ältere Songs, wie “Unverwundbar”, “Beste Waffe”, “Illusion der Kontrolle”, “Alles oder nichts”, “Einer von den Spinnern” oder “Alles Gute (kommt von Innen)” wurden gespielt und fanden Anklang. Schwierig, bzw. nervig wurde es zwischendurch auch mal, denn manche wurden durch den Alkohol viel zu gesprächig und redeten und redeten und redeten und redeten und… Es lenkte dann doch teilweise viel zu sehr ab. Aber wahrscheinlich war ich auch nur viel zu nüchtern. Okay, das bin ich ja immer. Schön auch, als Matze meinte, dass Herr Finke ein Alkoholproblem hätte, was dieser natürlich sofort bestritt.

An diesem Abend gab es wieder einige Texthänger und Verspieler, die innerhalb der Band mit einem lauten Lachen zur Kenntnis genommen wurden und das steckte an. Besonders wenn Sven Peks auf der linken Seite anfängt zu lachen und man einfach nicht anders kann und automatisch mitlachen muss. Dieser Typ ist der Wahnsinn.. Auch ohne Wuschelfrisur!

Was macht einen Auftritt bitte authentischer und sympathischer als Verspieler und Texthänger? Als Künstler sollte man sich darüber wirklich weniger Gedanken machen: Es muss nicht perfekt sein. Ganz im Gegenteil! Wir, das Publikum, nehmen einen Fehler zwar zur Kenntnis, aber wir sind froh darüber. Denn das zeigt doch, dass Künstler ebenfalls nur normale Menschen sind und Fehler machen. Es wäre ja auch irgendwann langweilig, wenn bei jedem verdammten Konzert wirklich alles glatt laufen würde. Wäre das so, dann müsste man auch keine Band mehr auf die Bühne stellen. Nein, da kann man die CD einlegen und fertig. Lange Rede, kurzer Sinn: Fehler sind Willkommen!

Matze enterte die Bühne bei der Zugabe alleine mit Gitarre und Mundharmonika. Gespielt wurden “Lieblingslieder”, “Dreh mich” und noch etwas anderes, was mir gerade leider nicht mehr einfällt. Ich werde alt! Aber ich sträube mich dagegen, mich mit Stift und Papier ins Publikum zu stellen und wirklich jeden Song und jedes Detail aufzuschreiben. Nein, ich möchte das Konzert genießen und somit müssen die Erinnerungen herhalten.

Letzter Song: “Du weißt doch noch wie das geht, oder?” und man merkte, wie es warm ums Herz wurde. Diese Songs, diese Band= Balsam für die Seele. Da lohnt sich wirklich jeder verdammte Kilometer, den man für ein Konzert zurückgelegt hat! Geld wird eh überbewertet und sollte schnell wieder ausgegeben werden. Dafür eignen sich perfekt solche Konzerte. Am Besten noch in Städten, wo man bisher noch nie war. Punkt.

Danach kam man noch kurz mit Captain´s Diary, Matze und Sven Peks ins Gespräch. Dabei merkte ich, was Sven für ein guter Interviewpartner wäre. Wenn ich Herrn Peks in Ibbenbüren “nüchtern antreffe”, dann sollte das wohl klappen. Zu erzählen hat er jedenfalls viel.

Raus aus dem Club, zum Bahnhof und dann ging es mit der S-Bahn nach Duisburg. Da konnte man sich natürlich gut die Zeit vertreiben. Nicht. Wenn man an die 2 Stunden auf dem Bahnhof verbringen muss, ist man echt aufgeschmissen. Keine Bank weit und breit, nur bei den Gleisen. Super, da fühlt man sich wirklich direkt wohl.

Schöner Tourstart war das! Ibbenbüren folgt als nächstes und man darf gespannt sein, ob ich einige Personen vor das Diktiergerät bekomme.

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