Atze Ossi in Kaiserslautern, Hardrock Café.

indexTage vorher auf der Bahnseite geschaut: Würde ich das zeitlich schaffen? Erst zur Arbeit & danach direkt in den Zug? Und nur 6 Minuten Umsteigezeit in Mannheim? Bei meinem Glück passiert auf der Strecke nämlich immer irgendwas: Lokbrand, spielende Kinder auf den Gleisen, Stellwerksstörung, belegtes Gleis, Personenschaden, Notarzteinsatz. Ja, all das hatte ich bereits durch. Sogar schon eine Evakuierung mitten in der Pampa. Im Hochsommer.

‚No risk, no fun!‘ flackerte es in meinem Hirn auf, Reklametafel ähnlich.

Ich mach einfach mal!‚ und ein Schulterzucken gab es mit dazu. Und was soll ich sagen? Alles klappte REIBUNGSLOS! Ich checkte schnell in einem Hotel namens Astra ein und irgendwie fühlte man sich Hamburg noch immer so nah! Seltsam.

Ich machte los zum Veranstaltungsort. Kaiserslautern- noch nie zuvor gewesen. Kleinstadtfeeling deluxe, aber für mich mehr als angenehm. Kein Mensch auf der Straße, dabei war es doch erst kurz nach 20 Uhr.

Was soll ich sagen? Ich habe mich dann etwas in der ‚Innenstadt‘ verloren. Durch die Fußgängerzone kam ich noch gut, aber kurz darauf: Okay, wo zum Teufel bin ich? Die wenigen Leute, die mir entgegen kamen, direkt angesprochen, weil die Zeit zum Auftritt von Rossi immer knapper wurde.

‚Puh. Da kann ich leider nicht weiterhelfen! Viel Erfolg!‘
‚Haha! Vielen Dank!‘

Ein anderer war so vertieft in sein Smartphone, dass ich überhaupt keine Chance hatte, irgendwie dazwischen zu funken. Diese digitale Welt ist manchmal aber auch ein regelrechter Fluch!

Irgendwann hatte ich dann doch einen Anhaltspunkt gefunden, folgte diesem, war sogar in der angegebenen Straße- fand aber das HRC nicht.

Ich lief einmal im Kreis und ganz kurz vor ‚Boah, leck mich doch am Arsch! Ich geh zurück zum Hotel!‘ hörte ich etwas. HA!

Tatsächlich: Gott sei Dank begann Matze sein Konzert und ich musste nur noch der Stimme folgen. Manchmal habe ich wirklich mehr Glück als Verstand, aber psssst!

Einmal durch den Raucherbereich durch und einen guten Platz ganz hinten im Nichtraucherbereich in Beschlag genommen. Publikum leider sehr übersichtlich, sodass ich dann doch lachen musste, als Matze fast ohne Fehler alle Namen der zahlenden Gäste nannte. Welch ein Elefant! Ich kann mich höchstens noch an Horst, May und..äh…weiter im Text!

Keine 20 Leute in diesem Raum. Absolute Stille. Klar, ich hätte Matze mehr Publikum gewünscht, aber ich fand das alles so passend. So schön. Auch, weil immer mal wieder ein kleiner Dialog zwischen den Songs entstand und man ständig irgendetwas über Person XY erfuhr oder wie es eigentlich dazu kam, dass sich Herr Rossi den Rippenknorpel gebrochen hat. Durch eine Schlägerei? Autounfall? Quatsch! Viel spektakulärer! Denn, wie wir alle wissen, die meisten Unfälle passieren im Haushalt und man sich dann mal leicht verschätzt (Stichwort: Aufräumen des Kinderzimmers), kann das dann auch schnell so enden. Mit Schmerzen. Und einer bleibenden Erinnerung. Zumindest für die nächsten Wochen, ne?

Eine Mischung aus Mitleid, Schadensfreude und ‚Fucking hell!‘ durchflutete den Nichtraucherbereich. Gut. Das ‚Fucking hell!‘ war eher in meiner Ecke zu finden.

Mein persönliches Highlight: Eine Dame wünschte sich den Song ‚In Armen‚, den ich auch schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gehört hatte. Da sie, wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, eine klassische Gesangsausbildung genießen durfte, versuchte er sie auf die Bühne zu locken. Ohne großen Erfolg.

So verließ er eben diese, setzte sich zu ihr mit an den Tisch und fing an zu spielen. Im Refrain wurde er von ihr unterstützt. Mein Gott. Atemberaubend! Nun, jetzt kann ich es sagen: Wer diesen Auftritt in Kaiserslautern verpasst hat, ist selbst schuld. So!

Und ich glaube, dass er ‚Best Friends‚ nicht spielte. Ein Song, der eigentlich immer auf seiner imaginären Setlist steht, deswegen für mich irgendwie seltsam, diesen an einem Abend nicht zu hören.

Achja: Woran erkennt man, dass man zu oft bei den Konzerten von Rossi war? Genau: Man kann die Coversongs bereits auswendig! Aber ich freue mich tatsächlich immer über den Hot Water Music Klassiker. Love! ‚Dancing (bzw. Drinking) on my own‚ von Robyn nehme ich dafür irgendwie hin. Haha!

Ein unaufgeregter Abend, der vor kleinen Highlights strotzte. Den Spinner Song verhunzt (IRGENDWANN klappt das! Die Challenge ist noch langelangelangelangelange nicht vorbei!) und es wurde mal wieder ‚Dein Elefant‚ ausgegraben und ‚Beste Waffe‚ gespielt.

Danach durfte man sich noch ins Gästebuch verewigen und wurde noch immer etwas ungläubig angeguckt, weil man für das eine oder andere Konzert mal in eine Stadt fährt, die nicht direkt um die Ecke liegt. Dazu sage ich nur:

Es ist die Leidenschaft, die treibt.

Nachdem die Sachen im Auto verstaut und einige Salzstangen vernichtet wurden, machte ich mich zurück zum Hotel. Natürlich bin ich noch kurz in eine falsche Richtung gelaufen, aber hey: Vielleicht war das ja mit Absicht!

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